Ein guter Schutz der Privatsphäre ist daher für Betreiber von Dating-Apps besonders bedeutsam. Allerdings kommt ein Testfall der Stiftung Warentest zu einem nüchternen Fazit: Nur fünf von 44 geprüften Apps sichern die gesammelten Informationen in akzeptabler Weise. Zahlreiche Provider versenden Nutzerinformationen an werbende Unternehmen oder über das Internet an Google. Anhand der Angaben aus den Dating-Apps können sie umfassende Benutzerprofile anlegen oder fehlenden Angaben hinzufügen und individuelle Werbebotschaften einblenden.
Diese sehr personenbezogenen Informationen sind nicht nur für die Werbebranche, sondern auch für Häcker interessant: Im Jahr 2015 konnten Angriffe vom Seitensprungportal Ashley Madison erfasst und die Operatoren unter Druck gesetzt werden. Dating-Anbieter wissen viel über ihre User. Sie konnte jede Meldung, die sie über die Anwendung schickte, lesen und sehen, wie älter die Leute waren, mit denen sie in Berührung kam.
Welches Programm schickt welche Informationen an wen? Die Datenverkehre der betrachteten Apps wurden über einen eigenen Rechner geroutet und konnten so vorgelesen werden. In der Folge stuften die Testpersonen der Stiftung Warentest Apps als entscheidend ein, wenn sie für den Ablauf des Dating-Service nicht benötigte Informationen wie die einmalige Kennnummer des Mobiltelefons oder den Mobilfunknamen übermittelt haben.
Außerdem beurteilten sie Apps als entscheidend, wenn die Daten der Benutzer an werbende Unternehmen geschickt wurden, wie zum Beispiel ihr Lebensalter. Die Testpersonen prüften neben dem eigentlichen Verkehr auch die Datenschutzerklärung der Provider. Fünf Apps (oder App-Versionen) wurden von den Testern der Stiftung Warentest akzeptiert: Für Android waren es E-Darling, Lovescout 24 und Neu.de.
Bei den Android- und iOS-Versionen wurde nur die Bildkontakte-App als annehmbar angesehen. Die Testpersonen bewerteten den Verkehr der Dating-App Kiss No Frog in beiden Varianten als kritiklos, aber die Datenschutz-Erklärung war sehr unzutreffend. So hat der Provider zum Beispiel nicht angegeben, welche Informationen bei einem Facebook-Login genutzt wurden.
"Stiftung Warentest fand "erhebliche Schwächen" bei namhaften Anbieter. Elite-Partner schickten Angaben über den Mobilfunkprovider und die Nutzungsstatistiken an Facebooke. Die Firma behÃ?lt sich in der DatenschutzerklÃ?rung auch das Recht vor, die Adresse des Computers zur Bewerbung an die Firma FM zu Ã?bermitteln, so Stiftung Warentest. In Parship haben die Prüfer die gleichen Fehler dokumentiert.
Die Gesellschaft erklärt in der Erklärung zum Datenschutz offen, dass sie Benutzerdaten mit denen Dritter verknüpft. Den kompletten Testbericht können Sie bei der Stiftung Warentest für einen Cent lesen oder im Magazin Testbericht, der am kommenden Dienstag (Ausgabe 3/2018) veröffentlicht wird.